Trinken aus der Flasche: Tagesspiegel 1995

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Tagesspiegel 1995 über Green Glass

Aus der Flasche trinken

Südafrikaner erwarben mit dem „Green Glass“ ein Recycling Weltpatent. Aus leeren Flaschen werden von zwei Südafrikanern Trinkgefäße und Raumkunst hergestellt. Die „Glasphilosophie“ bzw. deren Produkte sind ab heute in der „Galerie Glaswerk“ zu bewundern. Es werden einfach leere Flaschen zersägt, auf den Flaschenboden geklebt, die Ränder geschliffen und im Nu hat man ein neues Glas. Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass die Flaschen erstens nicht entsorgt werden müssen und zweitens das Trinken zum ästhetischen Vergnügen wird. Vor zwei Jahren dachten die beiden Südafrikaner Sean Penrith und Philip Tetley, während sie in ihrer Garage saßen, darüber nach, wie man dem Problem des wachsenden gläsernen Abfalls der Konsumgesellschaft Herr werden könnte.

Diese Zusammenkunft kam ganz zufällig, doch der Elektroingenieur, Tüftler und das Mitglied des World Wildlife Foundation, also Umweltschützer entwickelten gemeinsam die Methode des „Green Glas“ oder „Green Glas Recycling“. Seit dem ist keine Flasche mehr vor den Erfindungen der Gebrauchskünstler sicher, egal ob blau, grün oder weiß. Sie zerlegten und setzten alles wieder neu zusammen, sodass bald ohne jeden Zweifel feststand, dass das Jahr 1992 als die Geburtsstunde des multifunktionalen Glases in die Trink- und Kunstgeschichte eingehen wird. Teile der Erlöse gehen gleichermaßen an Greenpeace (in Deutschland) und an World Wildlife Foundation. Diese Idee stammt vom Glaswerk Galeristen Rainer Schrade. Neben der groß gewordenen Firma in Südafrika, die inzwischen rund 40 Mitarbeiter zählt, soll ein neuer, ebenfalls lizensierter Standort in Italien gegründet werden. Ziel sei es, dass auch in Europa dem Flaschenmüll entgegengewirkt wird und das Trinken wieder zum feierlichen Ritual werde, so die „Green Glass“-Erfinder. Dennoch haben Penrith und Tetley bis zum heutigen Tage nicht genau
gesagt, wie die Verwandlung von Flasche zu Glas nun im Detail funktioniert. Wie dem auch sei, sie haben das Patent.
Da soll doch nochmal jemand sagen: „Es wird nicht aus der Flasche getrunken.“

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