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Aventuringlas (Goldfluss)

Fließendes Gold – schöner als die Natur.

Faszinierendes Gold! Die Alchimisten des Mittelalters haben vergeblich versucht, es künstlich zu produzieren, blutige Kriege wurden um seinetwillen geführt, ganze Völker ermordet. Bis heute ist Gold ein faszinierendes Material, wertvoll und nach wie vor nicht von Menschenhand herstellbar. Doch dem neugierigen Menschen ist es gelungen, Imitate zu finden, die Gold ähnlich sind und eine vergleichbar anziehende Wirkung haben. Goldfluss zum Beispiel.

Goldfluss (Aventuringlas), ©I, GDK

Goldfluss (Aventuringlas), ©I, GDK

Fließendes Gold – synthetisch hergestellt.

Hierbei handelt es sich um ein halb durchsichtiges, meist rötlich-braunes Glas, das viele goldfarbene, metallische Flitterteilchen einschließt. Hat das Glas eine eher dunkelblaue bis violette Farbe, spricht man von Blaufluss, ist es vor allem grün, von Grünfluss. Hergestellt wird Goldfluss durch Schmelzen von Glas mit Kupfer(I)-oxid. Während das Glas langsam erkaltet, reduziert sich das Kupfer(I)-oxid zu metallischem Kupfer, das in Form von winzigen, glänzenden Metallclustern im Glas eingeschlossen bleibt. Manchmal werden auch Glimmerblättchen in die Glasmasse gewalzt. Die metallischen Einschlüsse lassen das Glas im Licht wunderschön dreidimensional schimmern, was seine besondere Wirkung ausmacht. Ist der glitzernde Flitter nicht gleichmäßig verteilt, sondern bildet kleine wie Gold anmutende Klümpchen, so spricht man auch von „Goldstein“. Der so entstandene Goldfluss kann dann bearbeitet werden – also poliert, geschliffen, geblasen oder in bestimmte Formen für Unikatschmuck oder Kunstgegenstände gegossen werden. Es wird ähnlich wie ein Halbedelstein für Glasschmuck verwendet, in der Esoterik findet er Verwendung als Schmuck und Kunstgegenstände.

Goldfluss als Krösel und als Stab

Goldfluss als Krösel und als Stab

Goldfluss, auch als Aventuringlas bezeichnet, wurde erstmals im 17. Jahrhundert in der berühmten Murano-Glasmanufaktur bei Venedig für Glasschmuck produziert. Da dieses Verfahren eher zufällig und unter äußerster Geheimhaltung entwickelt wurde, nannte man das Produkt nach dem italienischen „a ventura“ – zufällig – „Aventurin“. Erst später wurde eine natürliche Quarzart gefunden, die mikrokristalline, stark glitzernde Einschlüsse von Fuchsit, Glimmer oder Hämatit enthält. Dieses natürliche Aventurin oder Hämatinon, auch Glimmerquarz genannt, erfreute sich aber nie der gleichen Beliebtheit wie sein synthetischer „Vorgänger“, der zwar weicher ist, aber von wesentlich attraktiverer Optik. Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten die deutschen Chemiker Max von Pettenkofer und Friedrich Wöhler ein Verfahren, mit dem das alte venezianische Aventuringlas in gleicher Perfektion hergestellt werden konnte. Seither wird es auch in deutschen, englischen und französischen Glashütten produziert.

Goldfluss – faszinierender Unikatschmuck im Muranoglas-Stil.

War Goldfluss eines der Hauptmaterialien, mit dem die venezianischen Glaskünstler arbeiteten und arbeiten, so bedienen sich heute auch andere Schmuckhersteller wie die Galerie Glaswerk seiner. Seine natürlich anmutende Schönheit, der farbliche Variantenreichtum und die nahezu unbegrenzte Formbarkeit machen Goldfluss zu einem für Modeschmuck universell einsetzbaren und äußerst gefragten Material.

Midnight Sun  Halskette

Midnight Sun Halskette, mit Aventuringlas hergestellt.

Seine Beliebtheit gründet jedoch nicht nur in seiner optischen Schönheit. Esoteriker und sensible Menschen sind der festen Überzeugung, dass Modeschmuck oder Gegenstände aus Goldfluss seinem Träger bzw. Besitzer zu einer positiven Lebenseinstellung verhelfen sollen, dass sie vor zu viel Stress schützen und das körpereigene Immunsystem unterstützen. Außerdem soll Goldfluss vor psychischen und psychosomatischen Krankheiten wie auch vor Infektionskrankheiten bewahren.

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