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Berliner schonen die Umwelt: Berliner Zeitung 19.Januar 1996

Green Glas Ausstellung Modeschmuck Unikatschmuck

Die Berliner Zeitung über Green Glass

Neues Umweltbewusstsein in Berlin

Recyclebares Material in Kunstobjekte umwandeln/Flaschen und Dosen werden häufiger wiederverwendet.

Gestern wurde am ersten Geburtstag der Recycling Initiative Berlin Manöverkritik geäußert. Die Initiative will weiter für den Umweltschutz werben, da viele Berliner immer noch nicht wissen, dass Bauschutt, Getränkedosen und Elektrogeräte nicht immer gleich Abfall ist. Durch eine Galerie wird nun gezeigt, dass beim Thema Recycling Geschäft und Kunst nicht so fremd sind, wie man vielleicht annimmt.

In der Charlottenburger „Galerie Glaswerk“ werden recycelte Flaschen, also „Green Glas“, als Trinkgläser verkauft. Die Flaschen werden nicht eingeschmolzen, ihnen wird einfach der Boden abgeschnitten und auf der anderen Seite wieder dran geklebt, was diese Idee genauso innovativ wie simpel macht. Erfunden wurde diese Methode von zwei Umweltschützern aus Südafrika, Sean Penrith und Philipp Tetley.

Und Einzelstücke sind beliebt…

Anfang der 90er Jahre probierten die beiden in ihrer Garage aus, was man mit alten Flaschen so alles machen kann. Unterstützt werden die beiden vom World Wildlife Fund (WWF). Am Anfang wurde das Glas noch aus Containern gesammelt, heute werden abgelaufene Pfandflaschen direkt bei den Fabriken gekauft. Und die Recyclinggläser kommen an. Das weiß auch „Galerie Glaswerk“, Kantstrße 138, wo man die Gläser für 18 bis 34 Mark kaufen kann. Pro Monat produzieren Tetley und Penrith über 20 000 Stück. Da nicht maschinell produziert wird, ist jedes Glas ein Einzelstück und sogar spülmaschinenfest. Patentiert ist dieses Verfahren auch schon. Die Geschäftsmänner wollen bald auch in Italien eine Fabrik eröffnen. 97% der Berliner finden es inzwischen normal, dass Gartenabfälle, Flaschen, Joghurtbecher, Gläser, Getränkekarton und Papier als sogenannte Wertstoffe wiederverwertet werden und nicht einfach in den Restmüll gehören. Trotzdem weiß immer noch gut ein Viertel der Berliner nicht, dass auch Getränkedosen recyclebar sind, Elektrogeräte hält nur die Hälfte für recyclebar, wie die Auswertung einer Forsa-Studie, in Auftrag gegeben von der Recycling Initiative Berlin, zeigt. Helmut Paschlau, in Sachen Müll verantwortliches Vorstandsmitglied der Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) der Recycling Initiative Berlin, erklärt, die Werstoffe müssten raus aus dem Müll. Zur BRI gehören ebenfalls Alba und DASS, die anderen großen Berliner Entsorgungsunternehmen. Gemeinsam soll der für 2005 vorausgesagte Abfallberg um die Hälfte, also auf 1,3 Millionen Tonnen, verringert werden.

Großer Kostenaufwand

Unter anderem an einem Infotelefon (0130/11 99 51) klärt die Initiative seit einem Jahr über Wertstoffe, Abfallvermeidung und Recycling auf. Als Markenartikler könnte man stolz sein, dass diese Aktion 37% der Berliner erreicht hat, dennoch ist die Umsetzung eher gering: Es werden immer noch hohe Folgekosten in der Sortierung produziert, weil immer noch die Hälfte der Abfälle, die in der gelben Tonne landen, keine Grünen Punkt tragen. Im letzten Jahr konnten trotzdem 20%, dass heißt 412 000 Tonnen, mehr Wertstoffe sammeln als noch 1994. Köln hat ungefähr ein Restmüllaufkommen dieser Größenordnung. Um ihren Service noch zu verbessern plant die BSR dieses Jahr verlängerte Öffnungszeiten, qualifizierte Ansprechpartner auf allen Bezirkshöfen sowie einen Dienstleistungsabend. Auch die braune Biotonne, die im Februar eingeführt wird, soll helfen.

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DER TAGESSPIEGEL, SONNTAG, 9. APRIL 1995: Originell und Preisgünstig

Glasschmuck Galerie Gebrauchsglas Modeschmuck

Der Tagesspiegel vom 9. April 1995

DER TAGESSPIEGEL, SONNTAG, 9. APRIL 1995: Recycling – Originell und Preisgünstig

Leere Flasche, was passiert nun mit ihr? So wie aller Müll heutzutage geht sie ihren letzten Weg in Richtung Recyclinghof. Es sei denn, die Flasche ist interessanter als ihr Inhalt, wie zum Beispiel die, des walisischen Mineralwassers  Tyant. Wegen des saftigen Preises wird es von den Briten abwertend als „designer water“ bezeichnet. Für viele ist die Flasche eher eine Trophäe, sodass sie sie sich das schöne leuchtende Blau ins Regal stellen anstatt sie einem Altglascontainer anzuvertrauen. Nun stellt sich die Frage, was man aus schönen Flaschen noch machen kann, wenn man eigentlich keinen Bedarf an Vasen für einzelnen Blumen oder Kerzenständern mehr hat.

Sean Penrith und Philip Tetley (beide aus Südafrika) beschäftigten sich eingehend mit dieser Frage und fanden mit Hilfe von Tetleys Schwester Mara, die Künstlerin ist, eine gute Lösung: sie stellten die Flaschen einfach auf den Kopf und schnitten sie oben ab. Das ist wohl die umweltfreundlichste Methode Glas wiederzuverwerten, da es nicht einmal neu eingeschmolzen werden muss. Ein weiterer Vorteil: die beiden Geschäftsmänner können ihre Produkte auf Grund niedriger Produktionskosten günstig weiterverkaufen. Es hat den Elektroingenieur und seinen Kompagnon jedoch mehrere Jahre gekostet, dieses Verfahren, das seit 1992 weltweit patentiert ist, in ihrer Garage zu entwickeln. Den genauen Produktionsprozeß haben sie jedoch nie im Detail verraten. Inzwischen haben sie eine Fabrik, in der sie mit ihren 40 Mitarbeitern im Jahr um die 20 000 Gläser produzieren. Es ist bereits eine zweite Produktionsstätte in Italien im Gespräch, um die Transportkosten nach Europa zu minimieren. Pentrith und Tetley führen einen Teil ihres Gewinns an den WWF ab. Auch weil das „Green Glas“ sehr umweltfreundlich ist, trägt es zu Recht diesen Namen, der auch durch einige Kollektionen aus Grünglas, von dezent oliv bis knallig, unterstützt wird. Nicht nur die Perrierflasche oder die Southern Comfort haben Wiedererkennungswert. Ganz besonders ansehnlich sind die Ähren auf der grasgrünen Grolsch-Flasche, auf der ebenfalls ein Löwe zu sehen ist, und die Zitrusfrüchte auf „Roses Lime Cordial“. Das Anbot an diesen Gläsern ist sehr vielfältig. Man findet alles, vom Humpen über Eisbecher und Tumbier bis zu den langstieligen, eleganten und schmalen Formen der Wein-, Sekt- und Cocktailgläser. Doch bei weitem gibt es nicht nur die auf den Kopf gestellen und umgedreht wieder auf den Flaschenboden geklebten (natürlich mit umweltfreundlichem Klebstoff) Modelle, manche sind auch einfach nur abgetrennt. Um die Produktvielfalt zu erweitern gibt es nicht nur Klarglasmodelle, sonder auch die matte Variante. Sie wurde extra mit dem Sandstrahl bearbeitet. Trotzdem können beide auch in der Spülmaschine gereinigt werden.

Zu bewundern sind die „Green Glas“ Kunstwerke in Rainer Schrades „Galerie Glaswerk“, Kantstraße 18, die sie noch bis zum 29. April ausstellt. Beim Kauf eines der rund 20 Modelle tun sie gleichzeitig auch etwas Gutes für die Umwelt, denn Rainer Schrade spendet 10% des Erlöses an Greenpeace. Die am meisten verkauften Modelle werden dann auch langfristig bei ihm zu finden sein.

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Alternatives Recyceln von Altglas: Die Welt 31.07.1995

Galerie Glaswerk Ausstellung Green Glass Modeschmuck

Pressebericht in der Welt

Altglas wird alternativ recycled
Montag, 31. Juli 1995 – Nr 176 – 31 – von BARBARA GEIER
Die Auffassung, Recycling wäre nur eine Frage umweltbewusster Wiederverwertung von Müll, ist längst überholt. Die Kunst ist neuerdings eine Mitbewerberin beim Ansturm auf den wertvollen Abfall der Recyclingindustrie, was die Branche zusätzlich kulturell aufwertet. Alba, Mitglied der „Recycling Initiative Berlin 95“, also Teil des Zusammenschlusses der drei großen Berliner Entsorgungsunternehmen Alba, Stadtreinigungs-Betriebe (BSR) und DASS, macht zur Zeit selbst auf die alternative Recycling-Sparte aufmerksam. Letztes Jahr eröffnete das Unternehmen in Velten bei Berlin eine Altglasverarbeitungsanlage, welche mit Broschüren, Postern und einer Sammlung an Glasscherben in der „Galerie Glaswerk“ (Kantstraße 138) vorgestellt wird. Direkt daneben findet man von südafrikanischen Künstlern kunstvoll gefertigte Trinkgläer, die aus gebrauchten Flaschen hergestellt wurden. Diese Produkte nennt man „Green Glass“, das heißt, dass Altglas nicht erst eingeschmolzen werden muss. Diese Methode ist genauso einfach wie

inovativ: leeren Wein- Whiskey- und Wasserflaschen werden auf den Kopf gestellt und in der Mitte durchgeschnitten und anschließend wieder auf den Flaschenboden geklebt. Jeden Monat produzieren die Südafrikaner Philip Tetley und Sean Penrith zusammen mit ihren 40 Mitarbeitern 20 000 Gläser. Wegen dieses Erfolgs haben sie nun auch ein Patent auf ihr Verfahren. „Galerie Glaswerk“ machte die beiden in Berlin bekannt. Neben der umweltfreundlichen Herstellung geht auch ein kleiner Teil pro verkauftem Stück an den World Wide Fund for Nature (WWF), da der WWF der kleinen Kunstfabrik das notwendige Startkapital gestellt hat. Durch den Kauf der Gläser können auch die Berliner die umweltfreundliche Idee aus Afrika unterstützen. Wenn sie ihr Altglas in die rund 87 000 Containern der Stadt geben, landet es in Velten in der Anlage von Alba. Dort werden monatlich 10 000 Tonnen Altglas recycelt. Das entspicht laut des Berichts des Geschäftsführers Werner Eckler, der zu Ausstellungsbeginn in der „Galerie Glaswerk“ veröffentlicht wurde, ungefähr 280 Millionen Bierflaschen. Mit dem in Velten gewonnenen Granulat werden zehn Glashütten von AlbaAlba Recycling bundesweit beliefert. Die Hälfte aller in Deutschland hergestellten Glasbehälter, bestehen aus eingeschmolzenem Altglas. Das spart vor allem Energie bei der Rohstoffgewinnung und entlastet gleichzeitig die überquellenden Mülldeponien. Trotzdem ist das Mehrwegflaschensystem immer noch umweltfreundlicher. „Pfandflaschenmuffel“ seien besonders die Berliner, klagen immer noch gestrenge Umweltschützer. Bundesweit liegt die Quote der Mehrwegflaschebenutzer bei ca. 70 %, in Berlin nur bei ca. 40 %. Laut eines Gutachtens des Münchner Frauenhofer Instituts liegt die Grenze des ökologischen Vorteils von Pfandflaschen bei 100 Kilometern. Wenn zwischen Abfüllort und Verkaufsstelle mehr als 100 Kilometer liegen, erscheine der ökologische Vorteil gegenüber Wegwerfflaschen fragwürdig.

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